"Pfiffige Kobolde" lassen sich zu Corhelpern ausbilden
(Warstein – 17.12.2025) Neun Mitglieder des Kegelclubs „Pfiffige Kobolde" ließen sich
im Rahmen einer Erste-Hilfe-Ausbildung zu Corhelpern ausbilden. Für einen Tag
tauschten sie die Kegelbahn gegen den Erste-Hilfe-Schulungsraum ein und lernten mit
weiteren Teilnehmern unter anderem die Anwendung der Herzdruckmassage und
Beatmung sowie den richtigen Umgang mit dem Defibrillator (AED).
„Ich freue mich, dass ich nach fast 40 Jahren vieles wieder auffrischen konnte und
Neues gelernt habe," erklärte eine pfiffige Koboldin. „Das kann mir bei Notfällen im
Alltag, aber auch auf der Kegelbahn und bei gemeinsamen Ausflügen helfen."
Leider liegt der letzte Erste-Hilfe-Kurs bei vielen Menschen mehr als 10 Jahre zurück.
Mangelndes Wissen und die damit verbundene Angst, etwas falsch zu machen, sind
dann häufig der Grund, keine Reanimation zu leisten. Die Teilnehmenden des
Lehrgangs wurden in der Erste-Hilfe-Schulung auf den aktuellen Stand gebracht.
Damit wurde ihnen weitgehend die Angst genommen, im Notfall etwas falsch zu
machen.
Bei einem plötzlichen Herz-Kreislauf-Stillstand kommt es auf jede Sekunde an, um
lebenswichtige Organe weiterhin mit ausreichend Sauerstoff zu versorgen und
irreparable Hirnschäden zu vermeiden. Schnelle Hilfe durch Anwesende ist oft
entscheidend für das Überleben.
Um die Zeit bis zum Eintreffen des Rettungswagens zu überbrücken, setzt sich die
Stiftung Maria Hilf Warstein für die Gewinnung und Ausbildung von Corhelpern ein. Im
Rahmen eines plötzlichen Herzstillstandes werden bis zu 3 Corhelper, die sich in
unmittelbarer Nähe des Notfallortes befinden, durch die Rettungsleitstelle des Kreises
Soest über die Corhelper-App aktiviert. Einer holt den Defi, die beiden anderen eilen
zum Patienten und starten mit den sofortigen Wiederbelebungsmaßnahmen. So wird
die Zeit bis zum Eintreffen professioneller Hilfe durch den RTW überbrückt.
Soweit die Theorie... In der Stadt Warstein gibt es mittlerweile über alle Ortsteile
verteilt 232 registrierte Corhelper. Nicht alle Corhelper sind per App immer erreichbar
und sofort einsatzbereit. Nicht alle Corhelper befinden sich nahe genug am Einsatzort,
um zeitnah helfen zu können.
Seit Anfang 2023 gab es im Kreis Soest 612 Einsätze für Corhelper. Bei 116 Einsätzen
konnte keine Reanimation erfolgen. 53 Leben konnten gerettet werden, 150 leider
nicht. Wichtige und traurige Zahl: In 292 Fällen war kein Corhelper erreichbar bzw.
kein AED in der Nähe!! Gerade im ländlichen Bereich kann daher ein
flächendeckendes Netz an Defibrillatoren und Corhelpern über Leben und Tod
entscheiden!
Die Stiftung Maria Hilf Warstein hat in den letzten Jahren für ein flächendeckendes
Netz an Defibrillatoren im Stadtgebiet Warstein gesorgt und damit einen wesentlichen
Beitrag auf dem Weg zu einem Herzsicheren Warstein geleistet. Ergänzend fördert sie
die Gewinnung und Ausbildung von Corhelpern. „Wir freuen uns über jede Person, die
bereit ist, aktiv Corhelper zu werden und übernehmen für diese Personen die
Schulungskosten," wirbt Alexa Senger, Vorsitzende der Stiftung für die Schulungen.
„Auch Vereine und Gruppen wie die Pfiffigen Kobolde können sich gegenseitig
motivieren und ausbilden lassen."
Corhelper werden ist ganz einfach. Was es dazu braucht:
- eine Erste-Hilfe-Ausbildung, die nicht älter als 2 Jahre ist,
- die Anmeldung auf der Corhelper-App sowie
- die Teilnahme an der Online-Helferschulung.
Erste-Hilfe-Schulungen mit Praxis-Training am Defibrillator werden ganzjährig von den
heimischen Anbietern, u.a. dem Malteser-Hilfsdienst e.V., dem DRK-Ortsverein e.V.
sowie durch die AIS Bildung eGbR angeboten. Interessierte Personen und Gruppen
können sich aber auch gerne per E-Mail unter info@stiftung-mh.de an die Stiftung
Maria Hilf Warstein wenden. Die Stiftung hilft dann gerne bei der Organisation einer
Schulung.